Freitag, August 28, 2015

Endlich erwachsen

Wenn ich an diese Zeit zurückdenke geht mir noch so viel durch den Kopf. Ich erinnere mich noch gut an die Musik:
In den Charts sind gerade:

Miguel Rios: A Song of Joy 4 Wochen
Melodie nach Ludwig van Beethoven
George Harrison: My Sweet Lord 10 Wochen
Sein erster Hit nach der Auflösung  der Beatles.
Lynn Anderson: Rose Garden 1 Woche
Lynn ist 2015 von uns gegangen, ihr Hit bleibt aber unvergessen.
Creedence Clearwater Revival: Hey Tonight 1 Woche
Danyel Gérard: Butterfly 14 Wochen
The Sweet: Co-Co 6 Wochen
Peret: Borriquito 2 Wochen
Das war der Lieblingshit meiner Tante Emmi, die viel zu früh von uns gegangen ist.
Pop Tops: Mamy Blue 10 Wochen

26.8.-11.9.72: Die XX. Olympischen Sommerspiele finden in München und Kiel, Schilksee statt.
Wir haben mitgefiebert als Ulrike Meyfahrt im Hochsprung die Goldmedaille gewann oder unsere 4x100m Staffel der Frauen abgeräumt hatten.
Die Hemden konnten garnicht bunt genug sein, die Autos waren meist kultig wie der Käfer, die Ente, der R4 oder der Opel Manta.
Heute sehen alle Autos gleich aus.
Ich erinnere mich aber auch an meine ersten großen Fehler, die ich in den Jahren machte.
Der größte war wohl der, dass ich mich dem gesellschaftlichen Druck verpflichtet fühlte zu zeigen, was man verdient.
Dazu habe ich konsumiert bis zum Anschlag. Heute weiß ich, dass man auch mit weniger auskommen kann. Hätte ich von Anfang an jeden Monat nur 10  % nicht ausgegeben, sondern unverlierbar für das Alter zurückgelegt hätte, wäre ich heute viel besser dran und es hätte auch überhaupt nicht geschmerzt. Stattdessen: Immer ein schickes Auto, einmal sogar ein werksneuen Opel Ascona-Sport, den ich dazu noch nur teilkaskoversichert hatte. Nicht nur der Wagen trug mich bei etwas zu hoher Geschwindigkeit aus der Kurve, auch die finanzielle Strafe folgte auf dem Fuß. Ich hatte aber immer noch nichts daraus gelernt.
Ich kann nur jedem jungen Menschen raten, verzichtet darauf alles auszugeben und ein passendes Auto erst dann anzuschaffen, wenn man es sich angespart hat und keinesfalls auf Pump. Konsumschulden sind derart doof, man versaut sich den Rest seines Lebens.
Im Fernsehen lief Dalli-Dalli mit Hans Rosenthal, Spiel ohne Grenzen oder Wim Thoelke mit dem Großen Preis.
Schick waren Schlaghosen, die Krönung: Weil alle anderen auch so etwas hatten nähte meine Mutter mir Dienstgradabzeichen darauf.
Im Kino lief Einer flog über das Kuckucksnest mit Jack Nicholson, Der Clou mit Robert Redford, Apocalypse Now oder auch Harold und Maude. Solche Filme kann man auch immer wieder sehen, mit den heutigen Produktionen ist das garnicht vergleichbar.



Tony Christie: (Is This the Way To) Amarillo? 1 Woche
Daisy Door: Du lebst in deiner Welt (Highlights of My Dreams) 4 Wochen
Middle of the Road: Sacramento (A Wonderful Town) 2 Wochen
Tony Marshall: Komm gib mir deine Hand 1 Woche
Die Windows: How Do You Do? 8 Wochen
Juliane Werding: Am Tag, als Conny Kramer starb 1 Woche
Daniel Boone: Beautiful Sunday 1 Woche
Christian Anders: Es fährt ein Zug nach Nirgendwo 1 Woche
Bata Illic: Michaela 1 Woche
T. Rex: Metal Guru 1 Woche
Mouth & MacNeal: Hello-A 1 Woche
The Sweet: Little Willy 1 Woche
Hot Butter: Popcorn 3 Wochen
The Sweet: Wig-Wam Bam 8 Wochen
Wums Gesang: Ich wünsch' mir 'ne kleine Miezekatze 9 Wochen

Hier noch ein Tipp für gute Laune: Solche Titel suche ich beim Streaming-Dienst Spotify. Habe ich sie gefunden speichere ich sie in einer Playlist. Sind sie markiert kann ich sogar offline hören. Und das tolle, sie belasten mein kostbares Datenvolumen bei der Telekom nicht.
Spotify merkt sich, was ich so alles höre und stellt mir ein persönlichen Hit-Mix meines Geschmacks zur Verfügung, da höre ich dann Sachen, die ich schon lange nicht mehr gehört habe.

Viel gelacht haben wir damals über Otto, den Schweizer Emil und über Loriot natürlich.

Ausflüge haben wir schon damals unternommen, der Hansa-Park hieß zunächst noch Legoland beispielsweise.


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